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Es war für die damalige Zeit, als Vordemwald noch ein Bauerndorf war, sicher etwas Ungewohntes, als am 15. Dezember 1904 zehn Männer zusammen sassen, um einen Dramatischen Verein aus der Taufe zu heben. Es waren die Herren Fritz Baltisberger, Rudolf Baltisberger, Adolf Flückiger, Heinz Frösch, Hans Roth, A. Ott, Fritz Zinniker, H.Siegrist, Ernst Baltisberger und Hr. Plüss.
Bereits im gleichen Monat, am 30. Dezember trafen sich die Gründer erneut, um über ein Theaterstück zu beraten, das noch im gleichen Winter zur Aufführung gelangen sollte. Aus der vorhandenen Auswahl wurde alsdann das Stück "Addrich im Moos" oder der "Bauernkrieg im Aargau" ausgewählt.
An der gleichen Sitzung wurden noch weitere 5 Männer in den Verein aufgenommen. Zudem wurden 5 Damen zum Spielen eingeladen, die jedoch laut Statuten dem Verein nicht angehören durften, da keine weiblichen Mitglieder vorgesehen waren.
Die ersten Spieldaten wurden auf den 12., den 19. und den 26. März 1905 vorgesehen. Die ersten Kostüme wurden vom Kostümverleih-Institut "Jäger" in St. Gallen, zum Preise von Fr. 3.-- pro Kostüm, geliefert. Doch bald gab es Probleme wegen der Beschaffung der notwendigen Kulissen sowie deren Unterbringung. Auch fehlte ein geeignetes Aufführungs- lokal. Der damalige Gemeinderat zeigte sich aber grosszügig und stellte dem Verein den Gemeindesaal sowie einen Teil des Estrichs als Materialraum zur Verfügung. Mit den ersten Aufführungen war die wichtigste Hürde für den jungen Verein genommen, denn schon an der nächsten Generalversammlung konnten weitere Mitglieder aufgenommen werden.
Von nun an trat der Verein Jahr für Jahr mit einem neuen Theaterstück an die
Öffentlichkeit und es schien als verlaufe alles problemlos. Dem war aber nicht so, weiss doch das Protokoll hierüber auch Unerfreuliches zu berichten. So muss z.B. 1919 eine ausserordentliche GV einberufen werden, weil sich die Ehefrau eines Spielers beklagte, ihr Mann habe während der Spielsaison mit einer Mitspielerin gewisse Beziehungen gepflegt.
Auch eigenartige Beschlüsse waren damals keine Seltenheit. So wurde unter anderem beschlossen, dass Spieler, die während 2 Jahren nicht aktiv waren, automatisch zu den Passivmitgliedern überschrieben wurden.
Nach 17 Vereinsjahren wurde beschlossen, ein erstes Banksparbüchlein mit einer Einlage von Fr. 100.-- anzulegen. Zusehends verbesserte sich die finanzielle Lage des Vereins. So konnte denn bald ein zweites Sparbüchlein eröffnet werden, das als Bühnen- und Szenerien-Fond bestimmt war. Die Leute wollten gewappnet sein, falls später einmal eine neue Bühne beschafft werden sollte.
1927 beschloss man, ebenfalls weibliche Mitspieler als Aktivmitglieder in den Verein aufzunehmen, jedoch ohne Stimmrecht. An der gleichen Versammlung war zum ersten Mal die Rede von einem Beitritt zum Zentralschweizerischen Verband "Dramatischer Vereine" (ZSV). Dieses Vorhaben wurde aber bis auf weiteres verschoben. Dafür bestellte man ein Exemplar der Theaterzeitung "Der Dramatiker".
1929 trat der Verein dann doch dem ZSV bei. Schwierigkeiten hatte der Verein, als 1938 während der Spielsaison ein Unterbruch eingeschaltet werden musste, weil in unserer Gegend die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen war. Eifrig wurden wiederum Vorbereitungen für die nächste Spielsaison getroffen. Doch auch diese Arbeiten mussten wieder unterbrochen werden, da inzwischen der 2. Weltkrieg ausgebrochen war und die meisten Mitglieder zum Grenzdienst aufgeboten wurden. Dadurch wurde das Vereinsleben mehr oder weniger stillgelegt!
1943 wurde erneut ein Versuch unternommen. Man beschloss nämlich, das Volksstück die "Via Mala" zur Aufführung zu bringen. Aber auch dieses Vorhaben musste wieder fallen gelassen werden, da sich die meisten Spieler noch im Militärdienst befanden.
Endlich, nach etlichen Anlaufschwierigkeiten, konnte der Verein 1948/49 wieder an die Öffentlichkeit treten. Ab 1949 wickelte sich dann das Vereinsleben wieder normal ab.
1964 war dann für den Verein ein ganz grosses Jahr, denn in der Zwischenzeit war ein neuer Gemeindesaal erbaut worden und damit auch eine neue Theaterbühne mit modernen Einrichtungen. Bei diesen Einrichtungen durfte sich der Verein in beratender Hinsicht ziemlich stark beteiligen, sodass alsdann die Bühne ganz unseren Wünschen entsprach. Aber auch auf der neuen Bühne ging der Existenzkampf des Vereins weiter.
An der Delegierten-Versammlung 1965 in Reiden konnten 9 verdiente Vereinsmitglieder als Veteranen geehrt werden. Auch 3 Jahre später, 1968 in Kriens, durften sich wiederum fünf weitere Mitglieder für ihre 30jährige Vereinszugehörigkeit ehren lassen.
An der GV 1968 wurden die Vereinsstatuten geändert, wonach nun auch den weiblichen Aktivmitgliedern das Stimmrecht zuerkannt wurde, was ihnen bis anhin vorenthalten war.
An der GV vom 7. Mai 1976 wurde das Ehrenmitglied Weber Adolf, in Anbetracht seiner unermüdlichen Aufopferung für den Verein und hinsichtlich des bevorstehenden Jubiläums 1979, zum 1. Ehrenpräsidenten in der Vereinsgeschichte ernannt.
1979 feierte der Dramatische Verein Vordemwald sein 75-jähriges Bestehen mit einer grossen Feier.
An der Generalversammlung 1982 wurde erstmalig eine Frau als Präsidentin gewählt. Sie führte das Amt während zwei Jahren.
Der Verein erhielt 1991 von der Gemeinde Vordemwald das alte Spritzenhaus zur Nutzung als Kulissenlager zur Verfügung gestellt. Das Gebäude wurde während zwei Jahren durch die Vereinsmitglieder saniert und konnte Ende 1993 bezogen werden.
Am 23. September 1993 wurde durch eine ausserordentliche Generalversammlung der Vereinsname geändert. Die Bezeichnung Dramatischer Verein Vordemwald war nicht mehr zeitgemäss.
Die Versammlung entschied einstimmig künftig als Theater-Gesellschaft Vordemwald aufzutreten.
Im Mai 1994 wurden komplett überarbeitete Vereinsstatuten an die Mitglieder abgegeben.
Im Herbst 1997 wurde der sanierte Gemeindesaal eingeweiht. Die Theater-Gesellschaft konnte bei der Planung für den Umbau von Bühne und Technikanlagen wesentlich mitentscheiden.
Im November 2000 ging die Theater-Gesellschaft mit der Internetadresse
www.theater-vordemwald.ch "online".
Januar 2004: Die Theater-Gesellschaft feiert ihr 100-jähriges Vereinsbestehen.
Aus diesem Anlass wurde eine Vereinschronik publiziert.
Januar 2005: Das Programmheft erscheint das erste Mal mit farbigem Umschlag.
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